BVDA 2026: KI, journalistische Qualität und die Zukunft der Verlage

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BVDA 2026: KI, journalistische Qualität und die Zukunft der Verlage

Am 27. und 28. Oktober traf sich die Anzeigenblattbranche zur diesjährigen BVDA-Tagung in Essen. Für uns als Haiberg waren die beiden Tage in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: mit unserem Vortrag „Weniger Zukunft. Mehr Realität. Wie KI bereits heute unsere Arbeit verändert“, zahlreichen spannenden Gesprächen mit Verlagen und Branchenpartnern sowie als Sponsor des Durchblickpreises, der publizistische Qualität und gesellschaftliche Relevanz kostenloser Wochenzeitungen in den Mittelpunkt stellte.

Weniger Zukunft. Mehr Realität.

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr.

Genau darum ging es in unserem Vortrag auf der BVDA-Tagung. Gemeinsam zeigten Marko Oette, CEO von Haiberg, und Enisa Al-Osta, Head of Marketing, wie KI bereits heute Arbeitsweisen verändert, Entscheidungen unterstützt und ganze Wertschöpfungsketten neu organisiert.

Im Mittelpunkt standen nicht nur Redaktion und Content-Erstellung, sondern die gesamte Verlagswelt: von Zustellung und Bezirksoptimierung über Vermarktung und Anzeigenproduktion bis hin zu KI-Agenten, intelligenten Assistenten und neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie.

Unsere zentrale These:

Aus Verlagsmitarbeitern werden Informationsarchitekten. Sie suchen weniger. Sie entscheiden mehr.

Gleichzeitig wurde deutlich: Je einfacher Informationen erstellt und verbreitet werden können, desto wichtiger werden Qualität, Einordnung und Vertrauen.

Und genau diese Botschaft führte direkt zum zweiten Höhepunkt der Veranstaltung.

Durchblickpreis 2026: Qualität, die vor Ort zählt

Mit dem Durchblickpreis würdigt der BVDA seit vielen Jahren herausragende journalistische Leistungen kostenloser Wochenzeitungen. Mit der Neuausrichtung des Preises stehen die publizistische Qualität und gesellschaftliche Relevanz lokaler Berichterstattung stärker denn je im Mittelpunkt.

Als Sponsor des Durchblickpreises freut es uns besonders, diesen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit hochwertiger lokaler Medienarbeit unterstützen zu dürfen.

Unser herzlicher Glückwunsch gilt allen Preisträgerinnen und Preisträgern.

1. Platz: Wuppertaler Rundschau

Den ersten Platz und ein Preisgeld von 5.000 Euro erhielt die Wuppertaler Rundschau für ihr „OB-Duell“ zur Oberbürgermeister-Stichwahl.

Mit dem Format schuf die Redaktion eine öffentliche Plattform für den direkten Austausch zwischen Politik und Bürgerschaft und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur lokalen Meinungsbildung.

2. Platz: Rheinische Anzeigenblätter

Der zweite Platz ging an das Team der Rheinischen Anzeigenblätter für die Serie „80 Jahre Kriegsende“.

Die Redaktion beleuchtete die Ereignisse von 1945 anhand lokaler Schauplätze und persönlicher Geschichten aus dem Rhein-Erft-Kreis und machte Geschichte vor Ort greifbar und erlebbar.

3. Platz: FUNKE Anzeigenblätter NRW

Den dritten Platz erhielt Miriam Dabitsch von den FUNKE Anzeigenblättern NRW.

Der Beitrag „Vier Jahre im Todesbunker von Volmarstein“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der in einem Heim schweres Leid erfahren hat und zeigt eindrucksvoll, welche Kraft lokaler Journalismus bei der Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen entwickeln kann.

Journalismus als Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhalts

Einen besonderen Akzent setzte die Medienwissenschaftlerin Wiebke Möhring, die in ihrem Vortrag verdeutlichte, wie lokale Nachrichten gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Orientierung geben und Menschen dazu motivieren, sich aktiv einzubringen.

Auch der anschließende Impuls von David Schraven (CORRECTIV) knüpfte unmittelbar an die Diskussion rund um Künstliche Intelligenz an. Sein Appell: Gerade in einer Zeit zunehmender Automatisierung und wachsender Plattformabhängigkeit gewinnt die direkte Beziehung zwischen Medien und ihrem Publikum weiter an Bedeutung.

Dieser Gedanke begleitet uns bis heute.

Denn KI kann Prozesse beschleunigen, automatisieren und aufbereiten.

Aber sie ersetzt nicht die journalistische Verantwortung, Themen einzuordnen, relevante Geschichten zu erzählen und Vertrauen aufzubauen.

Danke an BVDA und FUNKE

Unser Dank gilt dem BVDA für die hervorragende Organisation der Veranstaltung sowie die vielen inspirierenden Gespräche mit Verlagen, Partnern und Branchenkolleginnen und -kollegen.

Ebenso bedanken wir uns bei FUNKE in Essen für die Gastfreundschaft und die beeindruckende Kulisse, die den perfekten Rahmen für Austausch, Inspiration und Zukunftsthemen geboten hat.

Unser Fazit

Die BVDA-Tagung 2026 hat gezeigt, dass die Verlagsbranche vor großen Veränderungen steht.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Innovationskraft, Erfahrung und Gestaltungswille in den Medienhäusern vorhanden ist.

Die Zukunft des Journalismus entscheidet sich nicht allein an der Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wie die dadurch gewonnenen Freiräume genutzt werden.

Denn Menschen erinnern sich nicht an Formate, Kanäle oder Technologien.

Menschen erinnern sich an Geschichten.

Und genau diese Geschichten wurden beim Durchblickpreis ausgezeichnet.

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihren Auszeichnungen.

Fotohinweis: BVDA / Bernd Brundert

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